Grundschule Altenvoerde
Fettweide 6
58256 Ennepetal

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schule



3.
Soziale Kompetenz - Werteerziehung


Kinder brauchen soziale Fähigkeiten.
Denn über den späteren Erfolg im Leben entscheidet nicht nur das Einmaleins, sondern auch die Fähigkeit mit anderen zu leben und zu arbeiten.

Die Arbeit an unserer Schule unterstützt im Rahmen des erziehenden Unterrichts die Schülerinnen und Schüler dabei, die Welt zunehmend eigenständig zu erschließen,
tragfähige Wertvorstellungen im Sinne der demokratischen Grundordnung zu gewinnen und dadurch Urteils- und Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Konflikt- und Problemlösekompetenzen und der Wille zur Verständigung werden geschult. Letztendlich erwächst daraus auch eine weitreichende Gesundheitskompetenz in den Bereichen Stressabbau, Zeitmanagement, Ernährung, Umgang mit Suchtmitteln und Medien.

Das Ziel unserer erzieherischen Bemühungen ist die Schaffung einer sozialen Kompetenz, die ein realistisches Selbstbild, ein gesundes Selbstbewusstsein, Empathie und Verantwortungsbewusstsein für andere beinhaltet. Kinder lernen, mit Gefühlen angemessen umzugehen, Entscheidungen zu treffen, einfühlsam und kommunikativ zu handeln
und Konflikte friedlich zu lösen. Wertschätzendes Handeln ist die Voraussetzung für das schulische Miteinander.

Zur Verwirklichung dieser Ziele ist innerhalb unserer Schule ein intensiver kollegialer Austausch zwischen den Lehrkräften und ein vertrauensvoller Informationsaustausch
zwischen Lehrkräften und Eltern selbstverständlich.

 

Regellernen

Um einen überschaubaren Rahmen für alle Kinder der Schule abzustecken,  wählten wir sieben für unsere Schule zur Zeit entscheidende Regeln aus der Unzahl an Regeln des sozialen Miteinanders aus. Diese gelten für alle Klassen und modifiziert für die offene Ganztagsschule und ziehen einheitliche Konsequenzen bei mutwilliger Nichtbeachtung
nach sich. Die Vorgaben lauten:

  1. Ich melde mich, wenn ich etwas sagen möchte, und rede erstm wenn mich die Lehrerin oder der Lehrer aufruft.

  2. Ich lasse andere ausreden.

  3. Ich bringe jeden Tag meine Schulsachen mit und gehe sorgsam damit um.

  4. Ich bringe jeden Tag meine Hausaufgaben vollständig mit.

  5. Ich tue niemandem weh, auch nicht mir Worten.

  6. Ich packe meine Sachen ohne zu reden ein und aus.

  7. Bei der Stillarbeit rede ich nicht.


Die Stopp-Regel

Die 7 Schulregeln sollen das Recht eines jeden Schülers auf einen störungsfreien Unterricht festigen und für alle transparent sein.
Werte und Arbeitshaltungen werden durch ihre regelmäßige Einübung kontinuierlich in der Klasse vermittelt.

Auch der respektvolle Umgang aller miteinander stellt ein Grundrecht in unserer Schule dar.
Als ein Mittel hierzu wird schon sehr frühzeitig im ersten Schuljahr von allen Kindern die Stopp-Regel eingeübt.
Das Ziehen klarer persönlicher Grenzen und die Einforderung dieser Grenzen stellen eine Bedingung für den einfühlsamen und ehrlichen Umgang
miteinander dar.

Dies erfordert im Laufe der vier Schuljahre regelmäßiges Training und führt zusammen mit der konstruktiven Konfliktlösung in der Streitschlichtung
langfristig zu einer anerkennenden, friedlichen Schulatmosphäre.

 

Streitschlichtung

Konflikte gehören zum Schulalltag wie zum Erwachsenenleben. Wichtig ist nicht, dass sie da sind, sondern wie sie gelöst werden.
Als Pädagogen haben wir keine Wahl: Wir können Konflikten nicht dauerhaft aus dem Weg gehen ! Statt zu fragen "Wer hat angefangen?", "Wer ist schuld?", "Warum hast du das getan?" unterstützt das Team der Grundschule Altenvoerde die selbstverantwortliche Konfliktlösung und den konstruktiven Umgang der Kinder mit Konflikten. Hierzu wird ein ritualisiertes Schlichtungsverfahren angewendet, das Bensberger Mediations Modell. Bei dieser Form der Streitschlichtung gibt es keine Sieger und keine Verlierer, die Beteiligten benennen eigene Anteile am Streit und handeln eine gemeinsame Lösung aus.

Die Streitschlichtung wird von einer Lehrkraft wöchentlich angeboten, kann aber auch als Ersthilfe in jeder Klasse und der Ganztagsschule durchgeführt werden. Durch die flächendeckende Präventionsarbeit mithilfe von Streitgeschichten kennt jedes Kind das Verfahren und kann selbstbestimmt zur verantwortlichen Regelung eigener Konflikte beitragen.

Die Aufgabe des Schlichters besteht darin, die formalen Vorgaben zu beachten und aktiv zuzuhören. 

"Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war: zuhören. Das ist nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher Leser sagen, zuhören kann doch jeder. Aber das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig. Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte, nein, sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Dabei schaute sie den anderen mit ihren großen, dunklen Augen an und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, dass sie in ihm steckten. Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten. Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten. Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden. Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur irgendeiner unter Millionen, einer, auf den es überhaupt nicht ankommt und der ebenso schnell ersetzt werden kann wie ein kaputter Topf – und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war. So konnte Momo zuhören."    (Michael Ende, Momo)


Klassenrat

Der Klassenrat ist eine freiwillige, vertrauensvolle und demokratische Gesprächsrunde in der Klasse, die regelmäßig von den Schülern selbst durchgeführt wird. Sie leiten den Klassenrat nach fest vereinbarten und eingeübten Regeln und übernehmen im Wechsel verschiedene Funktionen bzw. Rollen. Im Klassenrat werden Themen angesprochen, die die Klasse, einzelne Schüler oder die ganze Schule betreffen. Die Kinder lernen, Verantwortung für ihre Angelegenheiten zu übernehmen und Lösungen für ihre Probleme zu finden und umzusetzen. Letztlich dient die regelmäßige Durchführung der Sitzungen die Persönlichkeitsstärkung des Einzelnen und die vermehrte Identifikation mit der eigenen Schule.

 

Schülerrat

Seit dem Schuljahr 2010/2011 gibt es als Erweiterung des Klassenrates den Schülerrat der Grundschule Altenvoerde. Mit ihm wird den Schülern ein Teil der Verantwortung für die Veränderungen unserer Schule übergeben. Neben und zusammen mit Lehrerinnen, Lehrern und Eltern gestalten sie aktiv ihre Lern- und Lebensstätte und können so ihre Selbstwirksamkeit innerhalb des Systems erleben.
Denn: „An Demokratie kann nur glauben, wer erlebt hat, dass sie hält, was sie verspricht, dass sie möglich ist.“ (H. v. Hentig 1994)


Der Schülerrat funktioniert nach ähnlichen Prinzipien wie der Klassenrat und besteht aus den Klassensprechern bzw. Abgeordneten der einzelnen Klassen.
In einem ersten Projekt stellten alle Schüler der dritten und vierten Klassen eigene Pausenregeln auf, die von ihren Klassensprechern überarbeitet und allen Kindern der Schule vorgestellt wurden, einschließlich der sich ergebenden Konsequenzen bei Nichtbeachtung dieser Regeln.

Die Pausenregeln sind:

        * Ich behandle andere so, wie ich selbst behandelt werden will.

        * Ich tue niemandem weh, auch nicht mit Worten.

        * Ich sage "Stopp", wenn mich jemand ärgert.

        * Ich mache nichts kaputt, was mir nicht gehört.

        * Wir hören aud die Pausenaufsicht und die Pausenaufsicht hört zu, wenn wir ein Problem haben.

        * Zum Spielen halte ich mich in der Pause nicht in der Klassem, auf den Toilettenm, auf Bäumen und an den Abhängen auf.

        * Ich werfe nicht mit Schneebällen.


Wenn die Pausenregeln nicht eingehalten werden,

können Lehrerinnen und Lehrer

- dem Schüler/ der Schülerin Pausenverbot erteilen

- die Pausenregeln abschreiben lassen

- den Eltern eine Mitteilung in das Hausaufgabenheft schreiben

- bei den Eltern anrufen und ein Gespräch führen.


können Schülerinnen und Schüler

- andere Kinder wieder mitspielen lassen.

- sich entschuldigen, indem sie eine Entschuldigung schreiben oder ein Bild malen.

- kaputte Sachen reparieren oder ersetzen.

Ein wesentlicher Grundgedanke bei der Umsetzung dieser Konsequenzen ist statt der Bestrafung des Schülers das Wiedergutmachen seiner Handlung
in Form von ehrlicher Zuwendung zu dem „Opfer“.


In einem nächsten Schritt werden auch die Erst- und Zweitklässler zu den Schülerratssitzungen eingeladen.