Offene Ganztagsgrundschule Altenvoerde (OGGS)
Fettweide 6
58256 Ennepetal

Tel.: 02333 / 839245
Fax: 02333 / 83 92 44

E-Mail:ganztag_gsaltenvoerde@yahoo.de

schul



Konzeption unserer
Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS)



Vorbemerkung

Mit Beginn des Schuljahres 2005/06 öffnete an der Grundschule Altenvoerde die erste Ganztagsgruppe für 25 Kinder ihre Pforten. Wegen des großen Zulaufs wurde im darauf folgenden Jahr eine zweite Gruppe eingerichtet und heute besuchen insgesamt 48 Kinder diese Einrichtung.

Waren es zunächst vorwiegend Familien und Alleinerziehende, die dieses Angebot zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie nutzten, so interessieren sich zunehmend auch solche Familien für die Ganztagsgrundschule, die die Förderung ihrer Kinder in verschiedensten Bereichen zu schätzen wissen. Neben der intensiven Begleitung der Hausaufgaben in den Fächern Mathematik und Deutsch können die Kinder grundlegende Erfahrungen im musisch-künstlerischen, im handwerklichen sowie im sportlichen Bereich machen und so den Grundstein legen für eine spätere Spezialisierung. Beispiele zeigen, dass die Auswahl einer Sportart oder die Wahl eines Instrumentes auf dieser breiten Grundlage wesentlich erleichtert wird.

Durch die ständige Ansprache und gezielte Übungen werden darüber hinaus Kinder, deren sprachliche Kompetenz noch nicht genügend entwickelt ist, zusätzlich gefördert.

Die pädagogische Arbeit wird von der Leiterin der Ganztagsgrundschule, dem stellvertretenden Leiter sowie einer Reihe von ausgewählten geringfügig beschäftigten MitarbeiteInnen, die zum größten Teil aus pädagogischen Berufen stammen, geleistet. Insgesamt hat die OGGS derzeit 26 MitarbeiterInnen.

Wichtigstes Anliegen aller Beteiligten ist die enge Eingebundenheit des Ganztagsbetriebs in das gesamte Schulleben. MitarbeiterInnen, Kollegium und Schulleitung arbeiten von Beginn an in vertrauensvoller Kooperation bei Planung, Durchführung und Evaluation des Konzeptes.

 

Einführung

Die offene Ganztagsgrundschule ist für Kinder und Eltern ein wichtiges Anliegen. Es wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert und für Kinder mehr Bildungsqualität und Chancengleichheit sichergestellt. Mehr Zeit für Kinder heißt mehr Zeit zum Lernen, für musisch-kulturelle Bildung, für Bewegung, Spiel und Sport und nicht zuletzt für soziales Lernen. In der zur Verfügung stehenden Zeit erfahren Kinder die Rhythmisierung des Schultages und umfassende individuelle Förderung. Sie erhalten ihren Begabungen und Fähigkeiten entsprechende Angebote und lernen, ihre Zeit sinnvoll zu nutzen. Verbindlichkeit in den sozialen Beziehungen stärken Selbstständigkeit und Eigenverantwortung aller Kinder. Die gemeinsam erlebte Zeit wird unter anderem auch zu vielfältigen Einzelgesprächen genutzt, in denen die Kinder mit ihren persönlichen Gefühlen wie Ängsten, Freuden, Wut und Zuneigung angenommen werden. Rollenbilder, sozio-kulturelle und sprachliche Unterschiede sowie verschiedene Bräuche werden in der Gemeinschaft besprochen und gelebt. Die Teilnahme von Kindern mit Migrationshintergrund in der Ganztagsgrundschule Altenvoerde bietet die Chance, mit Familien aus verschiedenen Herkunftsländern eine interkulturelle Gemeinschaft zu erfahren. So beziehen z. B. Tischgespräche verschiedene kulturelle Bräuche ein und die Weltreligionen können im persönlichen Miteinander erfahren werden.

Die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit eröffnet besonders auch Kindern aus bildungsbenachteiligten Familien Chancen, zukünftig erfolgreich am gesellschaftlichen Leben zu partizipieren.

Die Ganztagsgrundschule will dazu beitragen, zusammen mit den Eltern Schulschwierigkeiten zu vermeiden und sozialer Ungerechtigkeit entgegenzuwirken.

Es geht in der Ganztagsgrundschule um eine kulturelle Idee vom Leben in der Gemeinschaftseinrichtung, darüber hinaus aber auch um eine kulturelle Idee des Aufwachsens der Kinder in unserer gesamten Gesellschaft.


Räume für die pädagogischen Angebote 

Die Ganztagsgrundschule Altenvoerde ist in einem eigens errichteten zweistöckigen Anbau untergebracht. Zwei große Gruppenräume mit einer Ausgabeküche sowie drei kleinere Räume und die Sanitäreinrichtungen wurden in liebevoller Weise kindgerecht ausgestattet. Die zurückhaltende Farbwahl im Wand- und Fußbodenbereich lässt den Kindern viel Raum zur wechselnden individuellen Gestaltung. Das Mobiliar ist vielseitig kombinierbar und die Räume sind mit vielen Rückzugsmöglichkeiten ausgestattet: Spiel-, Lese- und Kuschel- und Computerecken, zwei Hochebenen und flexible Trennwände ermöglichen situations- und personengerechtes Handeln.

Vielfältige Lehr- und Lernmittel, Spiele, Bücher, Musikinstrumente und Spielzeuge sind in den verschiedenen Bereichen allen Kindern zugänglich.

Im Hauptgebäude der Schule sind die Gemeinschaftsräume ebenfalls zu nutzen: Zwei Werkräume mit einem Brennofen, ein Computerraum, ein Versammlungsraum sowie die im Aufbau befindliche Bücherei und eine weitere Küche bieten gute räumliche Voraussetzungen für die unterschiedlichen Angebote. In Einzelfällen können auch die Klassenräume genutzt werden.

 

Pädagogisch anregendes Außengelände

Im Nachmittagsbereich steht der Ganztagsgrundschule täglich die schuleigene Turnhalle zur Verfügung, um den Kindern vielseitige Bewegungserfahrungen zu ermöglichen. Bei schönem Wetter können der gesamte Schulhofbereich mit vielfältigen Spiel- und Klettermöglichkeiten sowie der eigene Bolzplatz uneingeschränkt genutzt werden. Aufgrund der bislang andauernden Bautätigkeiten sind zur Zeit im direkten Umfeld der OGGS-Räumlichkeiten lediglich ein Sandkasten und ein kleiner Freispielbereich nutzbar. Im Rahmen eines Agenda 21-Projektes wird in den nächsten Monaten der Außenbereich neu gestaltet. Entsprechende Pläne liegen vor und werden zusammen mit den Kindern umgesetzt. Vorgesehen sind zwei Gartenhäuser, ein Schulgarten und mehrere Spielbereiche. In einem weiteren Schritt wird die künstlerische Gestaltung vorgenommen.

 

Pädagogische Schwerpunkte

Die Ganztagsgrundschule ist ein wesentlicher Teil der Grundschule Altenvoerde. Insofern bilden die im Schulprogramm festgeschriebenen Erziehungs- und Bildungsschwerpunkte auch den Hintergrund für alles pädagogische Handeln am Nachmittag. LehrerInnen, die OGS-Leitung, BetreuerInnen und Eltern tragen gemeinsam dazu bei, Kinder in ihrer individuellen Entwicklung, mit ihren Wünschen und Bedürfnissen und auf der Basis ihrer persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten ernst zu nehmen und zu fördern. Die Erziehung zur Selbstständigkeit, zu lebenslangem Lernen und der pädagogische Leistungsgedanke stehen im Vordergrund der pädagogischen Bemühungen.

In engem, teils täglichem Austausch stehen die GruppenleiterInnen und die KlassenlehrerInnen, wenn es um die Ermittlung des speziellen Förderbedarfs eines Kindes geht. Gesprächsergebnisse, Entwicklungsfortschritte, Elternberatungen, Einbeziehung außerschulischer Beratungen und Therapien usw. werden regelmäßig ausgetauscht und fortgeschrieben. Dabei gelten die festgeschriebenen Handlungsziele sowohl für den unterrichtlichen als auch für den Freizeitbereich. Auf diese Weise ist die Bildung und Erziehung eines Kindes "aus einem Guss". Es besteht ein pädagogischer Konsens, der auch von den Eltern mitgetragen wird.

 

  •        Individuelle Förderung

Die im schulischen Bereich entwickelten Förderpläne finden in der Ganztagsgrundschule ihre Fortsetzung und teilweise auch Erweiterung. So bietet sich hier ein erweitertes Zeitfenster, um den erhöhten Förderbedarf von Kindern aus bildungsbenachteiligten Familien und Kindern mit Teilleistungsstörungen zum Beispiel im Bereich Sprache oder Bewegung individuell zu bearbeiten. Kinder mit besonderen Begabungen erhalten vielfältige zusätzliche Angebote.

Der Einsatz der Lehrerstunden zur individuellen Förderung in der Ganztagsgrundschule gewährleistet zusätzlich die Verzahnung des Vormittags- und Nachmittagsbereichs miteinander.

Zur Förderung der sprachlichen Kompetenzen und zur Verbesserung der Lesekompetenz dient ein Leseprojekt, das sowohl die schuleigene Bücherei als auch die Stadtbücherei einbezieht und zeitweise theaterpädagogische Elemente in den Vordergrund stellt. Auch in allen alltäglichen Verrichtungen wie dem Kochen wird darauf geachtet, mündliche und schriftliche Sprache richtig einzuüben. Auf diese Weise erwartet besonders Kinder mit einem Migrationshintergrund eine intensive ständige Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache.

Eine ganze Reihe von Kindern ist heute übergewichtig oder zeigt motorische Auffälligkeiten. Ein regelmäßiges Bewegungsangebot ist daher unerlässlich zur langfristigen Gesunderhaltung der Kinder. Darüber hinaus macht es den Kindern großen Spaß, unterschiedliche Bewegungsmöglichkeiten auszuprobieren. Aus diesem Grund bietet die Ganztagsgrundschule neben speziellen Sportangeboten täglich auch genügend Kletter-, Lauf- und Spielmöglichkeiten an, die das einzelne Kind in seinen speziellen Möglichkeiten fördern und so die kognitive, emotionale, soziale und motorische Entwicklung nachhaltig positiv beeinflussen.

Zur Gesundheitsförderung dienen darüber hinaus das Wissen um und das Erleben einer gesunden Ernährung sowie die regelmäßige Anwendung hygienischer Prinzipien wie das Zähneputzen.

Die individuelle Förderung künstlerisch-musischer Fähigkeiten geschieht sowohl in alltäglichen kleinen Kreativangeboten als auch in den dafür vorgesehenen fachlich begleiteten Kursen.

Gezielte Einzelförderung unter ergotherapeutischen Aspekten wirkt beim Malen, Zeichnen und Werken zum Beispiel auf eine Verbesserung der Strichführung und der Rechts-Links-Koordination hin. Das Sehen-Lernen wird geschult und die Umsetzung von Gesehenem auf Papier. Feinmotorik, Ausdauer, Konzentration und Ordnung werden spielerisch geübt. Beim gemeinsamen Herstellen eines Werkstücks lernen Kinder, miteinander zu kooperieren und über erfolgreich beendete Werkstücke wird das Selbstwertgefühl jedes Kindes langfristig unterstützt.

Seit diesem Schuljahr läuft auf freiwilliger Basis eine Jungengruppe. Im quartalsmäßigen Wechsel zwischen Erstklässlern und älteren Schülern können die Jungen ihren geschlechtsspezifischen Interessen in einem Angebot ohne Beteiligung von Mädchen und Frauen wahrnehmen. Der inhaltliche Ablauf der Angebote wird von den Jungen selbst mitgestaltet.

 

  •          Soziales Lernen

Die soziale Gemeinschaft der Ganztagsgrundschule erfordert von den Kindern ein hohes Maß an individuellen sozialen Kompetenzen. Gleichzeitig bietet dieser Rahmen auch vielfältige Möglichkeiten, emotionale und soziale Fähigkeiten einzuüben. Mit angemessenen pädagogischen Interventionen werden die Kinder an die Ziele der sozialen Kompetenz herangeführt. Diese sind vor allem die Schaffung eines realistischen Selbstbildes, eines gesunden Selbstbewusstseins sowie die Entwicklung von Empathie und Verantwortungsbewusstsein für andere. Die jahrgangsübergreifenden Strukturen der Ganztagsgruppen bieten ein breites Trainingsfeld für das soziale Leben außerhalb der Schule.

 

  •         Freizeitangebote

Die sorgfältig ausgewählten Freizeitangebote fügen sich nahtlos in den pädagogischen Rahmen: Alle GruppenleiterInnen stehen in regelmäßigem Austausch über die Ziele der Einrichtung. Das zu Beginn sehr umfangreiche Freizeitangebot wurde in diesem Schuljahr an einigen Stellen gekürzt bzw. zusammengefasst, um die Kinder nicht mit einem Überangebot zu überfordern und mehr Raum für Eigenaktivitäten und eigene Zeitplanungen zu schaffen. Nur wenn die Kinder nicht verplant werden, können sie zu selbstständigem Handeln erzogen werden.

Zur Zeit können die Kinder aus folgenden Angeboten wählen:

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

 

Taekwondo

Jungengruppe

Rund um den Glauben

 

Werken

Musikalische Grundbildung

Wald-und-Wiesen-AG

Kreativ-AG

Schwimmen

Lesen

Kochen

 Kreativ-AG

Reiten

Sport  und Spiel

Sport und Spiel

Fußball

 

 


 

 

 Kreativ-AG

 

 Forschen und experimentieren

 

In den Gruppen haben die Kinder – anders als im jahrgangsgebundenen schulischen Vormittagsbereich – vielfältige Gelegenheiten zu jahrgangsübergreifenden Kontakten, zum gegenseitigen Helfen und Sich-Helfenlassen, ähnlich wie in familiären Zusammenhängen.

 

  •          Spielpädagogische Angebote

Das tägliche spielpädagogische Angebot, von dem die Kinder besonders in den Morgenstunden Gebrauch machen, beinhaltet neben der Förderung der Fein- und Grobmotorik, der Sinneswahrnehmung und dem Aggressionsabbau ganz besonders gruppenwirksame Fähigkeiten wie das Regellernen, die Toleranz gegenüber Schwächeren und das Lernen von Stärkeren.

 

  •         Besuchsangebote

Um die Ganztagsgrundschule für alle transparent zu machen und den langfristigen Zusammenhalt aller an der Schule Beteiligten zu gewährleisten, finden regelmäßige Besuchswochen statt, in denen alle Kinder der Schule die Räume erkunden, spielen und forschen können. So erleben die Schulkinder die Ganztagsgrundschule als Teil ihrer Schule, in dem sie gern gesehene Gäste sind. Bereits die Erfahrung aus knapp zwei Jahren zeigt, dass regelmäßig auch ehemalige Ganztagsschüler gern diese Anlaufstelle wieder aufsuchen. Sie finden hier immer eine offene Tür.

 

  •          Hausaufgabenbetreuung

Ein zentrales Handlungsfeld der Ganztagsgrundschule ist die sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung der Kinder bei der Erledigung der Hausaufgaben. Ziel der Hausaufgaben ist es, Gelerntes zu üben und zu wiederholen oder zu neuem Lernstoff hinzuführen. In diesem Sinne stellen Hausaufgaben eine zusätzliche Lernmöglichkeit dar, die mit der Entwicklung einer positiven Arbeitshaltung verbunden ist und ein Übungsfeld für die Übernahme von Verantwortung darstellt.

Die Hausaufgabenkräfte gewährleisten den äußeren Rahmen zur Erreichung dieser Ziele, indem sie in einem ruhigen Raum an gestalteten Arbeitsplätzen eine kleine Gruppe von Kindern für eine gewisse Zeit beaufsichtigen und ihnen Hilfestellungen anbieten. Zur Unterstützung der Arbeit werden in regelmäßigen Teamsitzungen mit den Leiterinnen Regeln aufgestellt, Lern- und Hilfsmittel vorgestellt und Erfahrungen ausgetauscht. Beim Personaleinsatz hat sich neben dem Einsatz von älteren Schülern und Studenten die Mitarbeit von erfahrenen Erwachsenen aus der Elternschaft als sinnvoll erwiesen.

Im Bereich der Hausaufgabenbetreuung treffen unterschiedliche Erwartungen aufeinander: Eltern sind in der Regel daran interessiert, einen großen Teil der Hausaufgaben am Ende des Schultages erledigt zu sehen. LehrerInnen erwarten unter anderem eine weitgehend selbstständige, vollständige Erledigung der Hausaufgaben. Die Hausaufgabenkräfte müssen diese und andere (auch eigene) Ansprüche mit den Möglichkeiten der Kinder in Einklang bringen. Das ist keine leichte Aufgabe und kann nur gelingen, wenn ein regelmäßiger Austausch von allen Beteiligten stattfindet.

In der Grundschule Altenvoerde ist aus diesem Grund die Hausaufgabenbetreuung Thema vieler Lehrerkonferenzen, in denen die Leiterin der Nachmittagsgruppe zusammen mit dem Kollegium Leitlinien für die Möglichkeiten und Grenzen der Hausaufgabenbegleitung erörtert. Diese fließen wiederum in die regelmäßigen Teamsitzungen der Hausaufgabenkräfte ein und werden dort weiterentwickelt und evaluiert.

 

  •         Einzelne Projekte

Das Lernen in großen Zusammenhängen wird besonders innerhalb von thematischen Projekten gefördert. Die Ganztagsgrundschule Altenvoerde sucht sich daher in regelmäßigen Abständen Partner für Projekte, die über einen bestimmten Zeitraum durchgeführt werden. Ein Beispiel hierfür ist das mit einer Zahnarztpraxis im Herbst 2005 durchgeführte Projekt "Zähne – was ist das?". Hier konnten die Kinder im direkten Kontakt mit einem Zahnarzt und an verschiedenen Stationen bewusst die eigenen Zähne wahrnehmen, zahngesunde Lebensmittel kennenlernen, erfahren, wie Karies entsteht, sowie Sozialhygiene als positives Erlebnis mitbekommen.

Im Frühjahr jeden Jahres steht für den Zeitraum von ein bis zwei Wochen das Märchenmobil der Caritas auf dem Schulhof für ein Märchenprojekt bereit. Alte und neue Texte werden mit viel Liebe zum Detail, mit Kostümen und Requisiten ins Spiel umgesetzt.

Ein nächstes geplantes Projekt ist die Gestaltung des Außengeländes im Rahmen der Agenda 21. Hier werden auch die Eltern zur Mithilfe eingeladen.

 

  •         Nachbarschaftsgedanke

Die Ganztagsgrundschule ist nicht nur eingebunden in das Schulleben der gesamten Schule, sondern auch in vielfältige nachbarschaftliche Zusammenhänge. Die kleinstädtischen Strukturen des angrenzenden Stadtteils spielen dabei eine wesentliche Rolle: Kindergärten, weiterführende Schulen, Kirchengemeinden, ein Altenheim, Geschäfte und Privathaushalte bieten vielfältige Kontaktmöglichkeiten, die teilweise schon über Schüler- und Elterngenerationen gewachsen sind. So setzt sich das derzeitige Personal der OGGS fast ausnahmslos aus BewohnerInnen des Stadtteils und ehemaligen SchülerInnen zusammen und die Zubereitung und Lieferung der täglichen Mahlzeiten geschieht durch die Altenheimküche in direkter Nachbarschaft der Schule.

Auf den im Zweijahresrhythmus stattfindenden Schulfesten und zu besonderen Anlässen wie dem Schuljubiläum werden die Nachbarschaftskontakte intensiviert und den Kindern damit ihre Eingebundenheit in den Heimatort verdeutlicht.

 

  •          Beispiel: Ein Tagesablauf

 

 

7.30-8.45 Uhr

 

Betreuung bis zum Unterricht

Spielpädagogisches Angebot:

  •          Förderung der Fein- und Grobmotorik
  •          Sinneswahrnehmun
  •          Aggressionsabbau
  •          Gruppengefühl
  •          Miteinanderspiele
  •          Regellernen
  •          Spaß haben

 

11.30-13.15 Uhr

 

Erste Hausaufgabengruppen (hier bevorzugt 1. Schuljahr in Doppelbesetzung der Hausaufgabenkräfte und Lehrer)

Erholungsphase

Freispiel

Austoben

 

13.15 Uhr

 

Händewaschen

Gemeinsames Mittagessen

Tischrituale, -manieren und –gespräche

Zahnhygiene

 

 

14.00-15.45 Uhr

 

Hausaufgabenbetreuung

Individuelle Förderung

Workshops Filzen, Papierschöpfen und Malen

Werken mit Metall

Fußball

Individuelle Freizeitgestaltung

 

 

15.45-16.00 Uhr

 

Abholzeit, Elterngespräche

 

 

Für die Gruppenleitungen ergeben sich über die aufgeführten Aufgaben hinaus noch zahlreiche andere Tätigkeiten:

"Tür-und Angel-Gespräche" mit

  •         LehrerInnen
  •         Schulleitung
  •         Hausmeister, Sekretärin, Reinigungskräften
  •          Handwerkern, Postzustellern
  •          MitarbeiterInnen der OGGS
  •          Eltern

 
Pädagogische Arbeit

  •          Verhaltensauffälligkeiten erkennen
  •         Verhaltensmodifikation
  •          Lernschwierigkeiten bearbeiten
  •          Integration: kulturelles Miteinander fördern und Empathie wecken
  •          Umgang mit Konflikten
  •          Gegebenenfalls Umgang mit Behinderungen

Verwaltungsarbeit

  •          Statistiken
  •         Anwesenheitslisten
  •          Stundenzettel
  •          Essensgeldabrechnungen

 

Koordination des Tagesablaufs

  •          Kinder erkrankt
  •          Vertretungspläne
  •          Verteilung der Kinder in die Hausaufgabenbetreuung und in die AGs

 

Telefonate erledigen

Unvorhersehbares

  •          Z.B. verstopfte Spülmaschine im laufenden Mittagsbetrieb reparieren .........

 

Partizipation von Kindern, Eltern und MitarbeiterInnen 

Partizipation als gelebte Demokratie nimmt in der Granztagsgrundschule einen hohen Stellenwert ein. Sie beinhaltet die freie und gleichberechtigte Teilnahme der Betroffenen an den Diskussions- und Entscheidungsprozessen der Einrichtung. Lösungen werden gemeinsam entwickelt, begründet, geprüft, verantwortet und evaluiert.

Für die Kinder ergeben sich nicht nur im täglichen Alltag diverse Mitbestimmungsmöglichkeiten, sie entwickeln auch in eigenen Kinderkonferenzen Regeln des Zusammenlebens oder bearbeiten aktuelle Probleme.

Eltern kommen zu jährlichen Elternabenden zusammen, auf denen Grundsätze der pädagogischen Arbeit ebenso erörtert werden wie gesundheitliche, ernährungstechnische oder hygienische Schwerpunkte. Darüber hinaus werden Eltern immer zur Mithilfe eingeladen, wenn es um die Ausgestaltung räumlicher Konzepte im Innen- und Außenbereich oder die Durchführung von Feiern und Festen geht.

Die MitarbeiterInnen stehen in regelmäßigem direkten Kontakt mit der OGGS-Leitung. Sie erarbeiten darüber hinaus in Teamsitzungen Grundsätze ihrer Arbeit. In der Ganztagsgrundschule Altenvoerde finden die Teambesprechungen der Hausaufgabenkräfte und derjenigen, die eine Freizeitaktivität durchführen inzwischen in unterschiedlichen Sitzungen statt, weil die Erfahrung gezeigt hat, dass die Arbeitsschwerpunkte wenig Berührungspunkte haben.

Bei der Planung und Umsetzung des Ganztagskonzeptes wurden die schulischen Mitwirkungsgremien wie Schulkonferenz und Lehrerkonferenz einbezogen. Weiterer regelmäßiger Austausch findet statt.

 

Außerschulische Partner und Personal

Während die Umsetzung der Gesamtkonzeption im sozial- und spielpädagogischen Bereich in Händen der fest angestellten LeiterInnen liegt, werden zur Durchführung der Hausaufgabenbetreuung und der Freizeitangebote zahlreiche außerschulische Partner der unterschiedlichsten Professionen herangezogen. Das städtische Gymnasium, Sportvereine, die Musikschule, die evangelische Kirchengemeinde, die Stadtbücherei, die Biologische Station des Ennepe-Ruhr-Kreises und das Industriemuseum Krenzer Hammer sind derzeitige Partner des Ganztags.

Über geringfügige Beschäftigungsverträge wurden folgende MitarbeiterInnen verpflichtet: ein Pfarrer, zwei Lehrerinnen, eine Ergotherapeutin, ein Musikschullehrer, mehrere Trainer der Sportvereine sowie SchülerInnen, StudentInnen, PraktikantInnen und engagierte Eltern.

LehrerInnen der Grundschule unterstützen das Team im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung und der individuellen Förderung der Kinder.

Regelmäßig finden Teamsitzungen und Dienstbesprechungen mit der Schulleitung statt.

Besonderer Wert wird auf die qualifizierte Fortbildung der MitarbeiterInnen gelegt. Die Leitungen sind, ebenso wie das Lehrerkollegium, im Zweijahresrhythmus in Erster Hilfe geschult und die OGGS-Leiterin hat einen zweijährigen Aufbaubildungsgang Offene Ganztagsgrundschule des Westfälischen Berufskollegs Hamm absolviert.

 

Evaluation

Die Qualität der Arbeit in der OGGS ist davon abhängig, dass sie regelmäßig überprüft wird. Um den eigenen hohen Standards gerecht zu werden, stellt sich das pädagogische Team immer wieder der Überprüfung durch die Beteiligten. So gab es bereits eine erste Eltern-Evaluation im Rahmen des zweiten Elternabends und die Kinder gaben nach dem ersten halben Jahr in Form eines Fragebogens ihre Meinung zum Ganztagsbetrieb wieder. Sie wurden dabei befragt nach der grundsätzlichen Zufriedenheit mit der Einrichtung, nach den Angeboten, dem Mittagessen und nach veränderungsbedürftigen Bereichen. Aus dem Ergebnis dieser Evaluation wurden strukturelle Veränderungen für die nächste Zeit eingeführt. Ein wesentliches Ergebnis war zum Beispiel die Zurücknahme einiger Freizeitangebote zugunsten der freien Spielmöglichkeiten der Kinder. Dies ist nicht nur aus Sicht der Kinder wünschenswert, sondern auch pädagogisch durchaus sehr sinnvoll, indem es der Verplanung der Kinder entgegenwirkt.

Am häufigsten wurde bisher die Hausaufgabenbetreuung evaluiert. Bereits zweimal wurde das bestehende Konzept verbessert, zuletzt mit folgendem Ergebnis:

In jeder Hausaufgaben-Kleingruppe werden folgende Prinzipien beachtet und regelmäßig überprüft:

  •         Verbindliche Regeln beim Anfertigen der Hausaufgaben (auch in Plakatform in jedem Raum)
  •         Selbstständige Arbeitshaltung unterstützen
  •         Übergabehefte
  •         Materialkiste in jedem Hausaufgabenraum
  •         Zeitüberschreitungen festhalten
  •         Einzelfallabsprachen
  •         Kleinere Gruppen im ersten Schuljahr
  •         Belohnungssystem
  •         Rituale, evtl. Anfangskreis
  •         Fester Arbeitsplatz für jedes Kind (Namensschilder)
  •         Frischluftzufuhr in den Räumen regelmäßig sicherstellen
  •         Trinkwasser und Becher bereit stellen
  •         Toilettengang zu Beginn, später nur noch einzeln
  •         Bewegungspausen einplanen
  •         Fallbeispiele in den Teamsitzungen regelmäßig erörtern

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